Demokratiekonferenz tagte in der CityKirche Elberfeld

Demokratie klimafreundlich leben!

Am 07.11.2019 fand in der CityKirche Elberfeld die diesjährige Demokratiekonferenz der Wuppertaler Initiative für Demokratie- und Toleranz e.V. statt.

Unter dem Motto Demokratie klimafreundlich leben! diskutierten die Teilnehmenden Fragen nach einer klimabewussten Gestaltung von Demokratie und Zusammenleben in einer vielfältigen und offenen Stadtgesellschaft sowie nach der Vereinbarkeit von Demokratie und Klimaschutz.
Die Veranstaltung, zu der alle interessierten Wuppertalerinnen und Wuppertaler herzlich eingeladen waren, eröffneten Nora Freier vom IDPF sowie Christian Hampe von Utopiastadt mit zwei Input-Vorträgen, bevor es im World Café an verschiedenen Tischen neben den grundsätzlichen Fragen auch konkret um mögliche Aktionsformen und Projektideen für Wuppertal ging.

Status Quo: Klima- und Demokratieforschung in Nordrhein-Westfalen

Im Rahmen der Demokratiekonferenz veranstaltete das Virtuelle Institut (VI) „Transformation – Energiewende NRW“ eine Bürgerausstellung mit Forschungserkenntnissen des Projekts EnerUrb – Urbanisierung: Energiewende in NRW im Spannungsfeld von Stadt und Land zur Bürgerenergiewende im ländlichen und städtischen Raum sowie verschiedenen Dialog- und Beteiligungsverfahren und Befragungen. Hierdurch konnten sich die teilnehmenden Wuppertalerinnen und Wuppertaler über aktuelle Forschungsprojekte zum Thema Demokratie und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen informieren und Anregungen und ergänzendes Hintergrundwissen erhalten.

Problemanalyse: Wo stehen wir als Gesellschaft?

Während der vielzähligen Diskussionsrunden im World Café kristallisierte sich u. a. heraus, dass aus Sicht der Teilnehmenden aufgrund von fehlender gegenseitiger Akzeptanz und Informationen bisher eher gegen- statt miteinander gearbeitet und die öffentliche Diskussion überwiegend von Lobbyismus und Geldfragen dominiert wurde. Darüber hinaus kam im Kontext langsamer demokratischer Prozesse die Frage nach der Legitimität von Regeln und Verboten und deren Übergang in oder Abgrenzung von einer Art „Ökofaschismus“ auf.

Wichtige Aspekte: Wo wollen wir hin?

Als wesentlich für die Vereinbarkeit von Klimaschutz und Demokratie benannten die Teilnehmenden den Aspekt der (mehrsprachigen) Kommunikation und einer daraus resultierenden informierten Mehrheit: Hierfür konnte eine durchgängige Informationsweitergabe seitens der Verwaltung an die Öffentlichkeit als zentrale Voraussetzung ausgemacht werden. Des Weiteren müsse zunächst die „soziale Frage“ gelöst werden, um allen Menschen eine Auseinandersetzung mit der Klimathematik zu ermöglichen. Für eine erfolgreiche Entwicklung hin zu einer klimabewussten Gesellschaft sei es darüber hinaus wichtig, sowohl global, als auch interdisziplinär und generationenübergreifend zu arbeiten – Letzteres könne u. a. durch ein Wahlrecht für Schülerinnen und Schüler unterstützt werden. Letztendlich müsse Klimaschutz als Staatsziel definiert und diesbezügliche Gesetze beachtet, angewendet und durchgesetzt werden.

Aktionen & Projektideen: Was können wir tun?

Hinsichtlich konkreter Projektideen wurde neben Wettbewerben zur Förderung der CO2-Neutralität an Schulen und Kindergärten oder in Kommunen, Quartieren und Betrieben auch die Einführung eines digitalen Fragebogens genannt. Dieser helfe bei der Erfassung der notwendigen Voraussetzungen für Bürgerinnen und Bürger, sich konkret einzubringen oder ihren Alltag klimafreundlicher zu gestalten. Zusätzlich müssten Informationen in leichter Sprache zur Verfügung gestellt und Anreize wie eine kostenfreie ÖPNV- oder Fahrrad-Nutzung oder ein Bürgerticket geschaffen werden. Auch Aktionen wie ein autofreier Tag pro Monat für die Wuppertaler Innenstadt oder eine Wohnungstausch-Börse wurden diskutiert. Unabhängig davon solle die Gründung eines Wuppertaler Bündnisses zur Verkehrswende sowie eines BürgerInnenrats für jede Kommune iniziiert werden. Diese könnten sich gezielt mit dem Thema Klima befassen und konkrete Maßnahmen vorschlagen. Über bundesweite BürgerInnenversammlungen könne dann ein Austausch zwischen den Kommunen stattfinden und die Bürgerinnen und Bürger direkt beteiligt werden.

Demokratie und Klimaschutz: Wie geht es weiter?

Die im Laufe des Abends entstandenen Ideen konnten während des abschließenden gemeinsamen Essens in lockerer Atmosphäre weitergedacht und die Vernetzung und der Austausch der engagierten und interessierten Wuppertaler Bürgerschaft zusätzlich vorangebracht werden.

Als Möglichkeit zum vertieften Dialog wünschten sich die Teilnehmenden eine zeitnah stattfindende weitere Demokratiekonferenz zum Thema Klimaschutz.

Gefördert wurde die Konferenz unter anderem aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Prof. Lietzmann zu Gast bei Bundespräsident Steinmeier

Der Wuppertaler Demokratieforscher Prof. Dr. Hans J. Lietzmann war zu Gast im Bundespräsidialamt in Berlin. Bei einem persönlichen Ideenaustausch im Schloss Bellevue zeigte sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier interessiert an den Forschungen des „Instituts für Demokratie- und Partizipationsforschung“ [IDPF] der Bergischen Universität zu neuen Demokratieformen.

Prof. Dr. Hans. J. Lietzmann (links) zu Gast bei
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Foto: Bundespräsidialamt

Auch das Bundespräsidialamt ist auf der Suche nach kreativen Möglichkeiten, bislang eher unbeteiligte Bürgerinnen und Bürger in das politische Gespräch und in die politische Verantwortung einzubeziehen. So gehört es zu den zentralen Vorhaben des amtierenden Bundespräsidenten, den politischen Austausch besonders mit denjenigen Menschen in unserer Gesellschaft zu suchen, die ansonsten kaum den Kontakt miteinander und mit der demokratischen Gemeinschaft finden. Die Demokratie- und Beteiligungsmodelle der Wuppertaler Forschungsteams zeigten sich hier als wegweisend.

„Es stellte sich als gemeinsames Ziel heraus, verstehen zu wollen, was in unseren vielfältigen Gesellschaften und politischen Gegenwarten wirklich vor sich geht“, sagte Prof. Lietzmann nach dem Gedankenaustausch. „Und auch, in welcher Weise und wo mögliche Spaltungen entstehen. Hier geht es darum, neue Formen des politischen Miteinanders zu entwickeln, die aus den gegeneinander abgeschlossenen Diskussionsräumen hinausführen.“

Es gehört zum Selbstverständnis der Politikwissenschaft und des IDPF der Bergischen Universität, Fragen nach der Legitimität der gegenwärtigen politischen Institutionen zu stellen und mögliche Wege zur Demokratisierung und Teilhabe an politischen Entscheidungen aufzuzeigen. Der gegenseitige Austausch soll fortgeführt werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans. J. Lietzmann
Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften
Telefon: 0202/493-2429
E-Mail: hans.j.lietzmann@uni-wuppertal.de

„Partizipation und Selbstverantwortung in der Gesundheitsversorgung“: Neue Veröffentlichung von Prof. Hans J. Lietzmann

Lietzmann, H. J. (2018/2019): Partizipation und Selbstverantwortung in der Gesundheitsversorgung. In: BUW OUTPUT, Forschungsmagazin der Bergischen Universität Wuppertal Nr. 20, Wuppertal: BUW, S. 18-23.

Das Gesundheitssystem und seine Ausgestaltung greifen tief in das Leben der Menschen ein. Es berührt sie buchstäblich unmittelbar. Insofern ist es selbstverständlich, dass sich auch jede Veränderung der politischen Kultur der Menschen unmittelbar im Gesundheitswesen auswirkt. In den gegenwärtigen Gesellschaften artikuliert sich allenthalben der Ruf nach mehr direkter Beteiligung und Mitbestimmung. Autoritäten verlieren ihre Unangefochtenheit, und der Ruf nach Transparenz wird lauter. Diese Entwicklung hat längst auch die „Götter in Weiß“ erreicht und sie stellt intransparente Entscheidungen sowohl in der medizinischen Praxis als auch in der Gesundheitspolitik in Frage. Neben alten Strukturen bilden sich Selbsthilfeorganisationen sowie Patienteninitiativen heraus. Und auch die Mitbestimmung der Patientinnen und Patienten bei der Medikamentenzulassung oder bei der Abrechnungsfähigkeit medizinischer Leistungen wird breit thematisiert. All dies ist Teil einer allgemeinen Ausweitung bürgerschaftlicher Politik. Und es ist zugleich eine Chance für mehr Bedürfnisgerechtigkeit und Wirkungstiefe in einer solidarischen Gesundheitsregulierung. Das Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) der Bergischen Universität Wuppertal analysiert und begleitet diesen Prozess auf vielfältige Weise.

Zukunft Bioökonomie: Wuppertaler Politikwissenschaftler gestalten soziale Prozesse für eine bio-basierte Wirtschaft in Stadt und Land

Um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen, setzt die Bundesregierung auf den Ausbau einer nachhaltigen, bio-basierten Wirtschaft.

Die Zielsetzung: eine effektivere Nutzung natürlicher Ressourcen und eine nachhaltige Anpassung der Bewirtschaftung an die neuen klimatischen Extreme. Wie sich dies in Städten und in ländlichen Regionen gestalten lässt, welche politischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen sich aus der zunehmenden Biomasseproduktion und -verwertung in NRW ergeben und wie die bioökonomische Nutzung gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern gestaltet werden kann, untersucht das Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung der Bergischen Universität Wuppertal unter Leitung von Prof. Dr. Hans J. Lietzmann in einem neuen Forschungsprojekt.

Im Rahmen des Projekts „Bioökonomische Nutzungspfade – Diskurs und Kommunikation“ (BioDisKo) legen die Wuppertaler Politikwissenschaftler zusammen mit Forscherinnen und Forschern des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen Parameter und Entscheidungsschritte für den Wandel zu einer bio-basierten Wirtschaft fest. Der Erfolg eines solchen Vorhabens hängt von zahlreichen sozialen Prozessen ab, die sich aus der systemischen Verknüpfung von Ökologie, Wirtschaft und Gesellschaft ergeben. „Auf der einen Seite gehören Landnutzungskonflikte, Prozesse der Dezentralisierung und der Umbruch agrar-industrieller Strukturen dazu. Auf der anderen Seite zentrale politische Festlegungen, neue agrikulturelle Sichtweisen und eine Anpassung der urbanen Lebensformen“, schildert Prof. Dr. Lietzmann den Hintergrund. „Veränderte Mobilitätserwartungen, urbane Lebensstile und Konsumwünsche stellen auch deutliche Hindernisse bei der Umsetzung der Bioökonomie dar. Sie werden erst in einer übergreifenden sozial-, politik- und wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive greifbar“, so Prof. Lietzmann weiter.

Die erforderlichen bio-ökonomischen Umstellungen werden in dem Projekt „BioDisKo“ in einer partizipativen Technikfolgenabschätzung mit Bürgerinnen und Bürgern aus Nordrhein-Westfalen erforscht. In einem wissenschaftlich festgelegten Verfahren diskutieren Bürgerinnen und Bürger die Chancen und Risiken der Biomasseproduktion und -verwertung exemplarisch anhand der Wertschöpfungsketten von Mais und der Maisalternative Sida in ihrer Region. Die Ergebnisse dieser basisorientierten Willensbildung fließen in die Beratungen eines „Zukunftsrats Bioökonomie NRW 2030“ ein, der ökologische, ökonomische und technologische Entwicklungspfade für Biomasseprodukte weiterentwickelt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert das transformative Projekt, in dem das Kulturwissenschaftliche Institut Essen, das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT), das Forschungszentrum Jülich (FZJ), das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) sowie das Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) der Bergischen Universität Wuppertal zusammenarbeiten.

Auftaktveranstaltung des „Virtuellen Instituts – Transformation Energiewende“ am 28.06.2018

Digitalisierung, Urbanisierung und soziale Ungleichheit – Was bedeuten gesellschaftliche Megatrends für die Energiewende in Nordrhein-Westfalen?

Das Verbundprojekt „Virtuelles Institut – Transformation Energiewende NRW“ startet in seine zweite Forschungsperiode. Zum Auftakt gewähren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in ihre Arbeit – und zwar im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am 28. Juni in Essen. Im Zentrum steht die Frage, auf welche Weise gesellschaftliche Megatrends wie Digitalisierung, Urbanisierung und soziale Ungleichheit die Energiewende beeinflussen und ob sich Treiber oder Hemmnisse identifizieren lassen.

Keynote Speaker sind Prof. Dr. Christof Wittwer (Leiter der Abteilung Intersektorale Energiesysteme und Netzintegration am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme mit Schwerpunkt u.a. in Energiemanagement und -optimierung), Dr. Andrea Dittrich-Wesbuer (Diplomingenieurin in Raumplanung am Institut für Landes- & Stadtentwicklungsforschung mit Schwerpunkt u.a. in Flächenentwicklung und Siedlungsstruktur) und Prof. Dr. Michael Hartmann (Soziologe an der TU Darmstadt mit Schwerpunkt u.a. in der Eliteforschung).

Eingebunden ist auch das Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung der Bergischen Universität Wuppertal. Als Teil des Virtuellen Instituts entwickelt das IDPF gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern nachhaltige Prozesse für Stadt und Land. Ebenfalls in Essen dabei sind Vertreterinnen und Vertreter des Wuppertal Instituts, des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen, des Instituts für Arbeit und Technik, des Fraunhofer Instituts UMSICHT, des Forschungszentrums Jülich, der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund, der RWTH Aachen und der Hochschule Bochum.

Die Veranstaltung findet von 11.00 bis 17.15 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Institut (Goethestr. 31, 45128 Essen) statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind bis zum 22. Juni via E-Mail (jennifer.schellhoeh@kwi-nrw.de) möglich.

International School on Energy Systems 2018

Der Kooperationspartner des IDPF, das Institut für Energie- und Klimaforschung – Systemanalyse und Technologische Entwicklung (IEK-STE) des Forschungszentrums Jülich , veranstaltet vom 26. – 31. August 2018 wieder eine Summer School in Seeon am Chiemsee: Die International School on Energy Systems – ISES 2018.
Zielgruppe der Summer School sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Doktorandinnen und Doktoranden sowie fortgeschrittene Studierende und junge Berufstätige aus den Fachgebieten Energietechnik und -wirtschaft sowie Energiepolitik.

Im Zentrum der Summer School stehen diverse Vorträge zu den unterschiedlichen Aspekten der heutigen und zukünftigen Energiesysteme und die Teilnehmenden haben die Möglichkeit zur Diskussion mit zahlreichen Referenten. Darüber hinaus besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr eigenes Forschungsprojekt in einer Postersession vorzustellen. Zentraler Bestandteil der Summer School ist neben den Vorträgen auch eine eigenständige Gruppenarbeit mit abschließender Präsentation.

Die Bewerbungsmodalitäten sind abrufbar unter Forschungszentrum Jülich.

Kontakt: ises2018@fz-juelich.de

Flyer ISES 2018

Symposium: Political culture and active citizenship

Vergleichbare verfassungsrechtliche Voraussetzungen in unterschiedlichen Staaten führen nicht zu vergleichbarer Nutzung direktdemokratischer Instrumente – das zeigt eine Studie des Direct-Democracy-Navigator von 2016 überdeutlich. Das herausragende Beispiel der Schweiz verweist dabei auf einen möglichen und bislang kaum untersuchten Faktor der aktiven Nutzung direktdemokratischer Instrumente: Die gewachsene politische Kultur eines Landes.

Im Rahmen des Symposiums werden Fallbeispiele sowohl aus den transitorischen südamerikanischen Staaten Uruguay, Peru, Ecuador, wie aus der demokratisch etablierten Schweiz, aber auch aus den europäischen, gleichwohl einem radikalen Wandel unterworfenen Staaten Ungarn und Slowakei in einem vergleichenden Kontext diskutiert. Ziel der Tagung ist die vergleichende Bestandsaufnahme von politischen Kulturen aktiver Bürgerbeteiligung.

09.03.2018 – 11.03.2018

Gästehaus der Universität Wuppertal
Rainer-Gruenter-Str. 3
42119 Wuppertal

Programm (Download als PDF)

Energiewende im Zeichen der Urbanisierung: Wissenschaftler des IDPF entwickeln nachhaltige Prozesse für Stadt und Land

Welche Probleme ergeben sich aus der zunehmenden Urbanisierung für die Energiewende in Nordrhein-Westfalen? Und wie können nachhaltige Prozesse aussehen, mit deren Hilfe sowohl Städte als auch ländliche Regionen Lösungen schaffen? Diesen Fragen widmet sich ein neues Forschungsprojekt des Instituts für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) der Bergischen Universität Wuppertal.

„Auf der einen Seite hat die Urbanisierung einen positiven Einfluss auf die Energiewende. Vor allem mit Blick auf die Vernetzung und energetische Optimierung städtischer Infrastrukturen, die unter dem Schlagwort ‚Smart Cities‘ geführt werden“, schildert Institutsleiter Prof. Dr. Hans J. Lietzmann vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft den Hintergrund. Auf der anderen Seite würden auch klare Hindernisse bei der Umsetzung der Energiewende bestehen. Zum Beispiel durch eine geringe Dichte des Energiebedarfs, ausgelöst durch schrumpfende Städte und Regionen.

„Um diese Prozesse besser zu verstehen, beleuchten wir räumliche, technische und ökonomische Veränderungen, die durch die Urbanisierung ausgelöst werden. Dies im Spannungsfeld ihrer politischen, sozialen und kulturellen Faktoren“, so Prof. Lietzmann. „Auf diese Weise wollen wir zu einer nachhaltigeren Gestaltung beitragen und mit unserem wissenschaftlichen Zugriff die Möglichkeiten bestimmen, die für eine Aufrechterhaltung der Lebensqualität in Stadt und Land nötig sind.“

Das Besondere: Auch Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen sind in dieses Forschungsvorhaben eingebunden. Geplant sind beispielsweise Interviews und Online-Befragungen, aber auch die direkte Einbindung bei der Erarbeitung der energetischen Stadtentwicklung.

Die Landesregierung und ihr ‚Cluster Energieforschung‘ finanzieren das transformative Projekt des IDPF mit dem Titel „EnerUrb – Urbanisierung: Energiewende in NRW im Spannungsfeld von Stadt und Land“ mit ca. 225.000 Euro. Dabei leitet das Institut den Forschungsverbund, in dem auch Klimaforscher des Wuppertal Instituts und des Forschungszentrums Jülich sowie Umweltpsychologen der Hochschule Bochum mitwirken.