Dritte Phase der „Zukunftsstadt Bocholt 2030+“ gestartet

Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgeschriebene und geförderte Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030+“ setzt Anreize, um in bundesdeutschen Städten gesamtgesellschaftlich getragene Lösungskonzepte für absehbare urbane Herausforderungen zu erarbeiten.

Die Stadt Bocholt und ihre wissenschaftlichen Partner sind mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung am Samstag, dem 18. Mai 2019, offiziell in die dritte Phase des Projektes gestartet. Bocholt hat sich somit aus einem Pool von zu Beginn der ersten Phase ursprünglich 200 deutschen Städten für den Kreis von nunmehr sieben ausgewählten Kommunen qualifiziert. Erreicht wurde dies vor allem mittels einer durch alle Phasen hinweg kontinuierlichen und thematisch umfangreichen Beteiligung seiner Bürger/innen und Interessensvertreter/innen.

Das Institut für Demokratie und Partizipationsforschung (IDPF) der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) war und ist als Durchführungsträger verschiedener Beteiligungsformate Partner der Stadt Bocholt im „Zukunftsstadt“-Wettbewerb. Das IDPF erforscht im Auftrag des BMBF bundesweit den kommunalen Umgang mit diversen Partizipationsformaten.

1. Phase (2015)

Über 220 Interessensvertreter/innen aus Bocholt und Umgebung erarbeiteten in Workshops fünf Handlungsfelder, die eine thematische Perspektive für die Planung eines Zukunftskonzeptes 2030+ eröffneten:
1. Wirtschaft und Internationalisierung; 2. Bildung und Qualifizierung; 3. neue Urbanität, Lebensqualität, Quartiersentwicklung; 4. Mobilität und Infrastruktur; 5. Kommunikation.

2. Phase (2017)

Das IDPF führte in Bocholt, unter Einbeziehung der in Phase 1 beteiligten Interessensvertreter/innen und ihrer Ergebnisse, Planungszellen durch. Die so von Bürgerschaft und Engagierten im Beteiligungsverfahren erarbeiteten Empfehlungen wurden in einem „Bürgergutachten zur Zukunftsstadt Bocholt 2030+“ zusammengefasst und Anfang 2018 der Stadtverwaltung übergeben.

3. Phase (2019-2022)

Insgesamt stehen nun rund 1,8 Mio. Euro an Fördergeldern zur Umsetzung konkreter Projekte in Bocholt zur Verfügung. Auch hier wird das IDPF durch verschiedene Beteiligungsformate involviert sein. So werden bereits im Juni 2019 Bocholter/innen konkrete Vorschläge zur Neugestaltung der innerstädtischen Weberstraße erarbeitet. Die hier Beteiligten dürfen im Anschluss eine sachunmittelbare Entscheidung über Umbaumaßnahmen treffen. Über die zweite Jahreshälfte hinweg, führt das IDPF eine schriftliche Totalerhebung in der Bocholter Altstadt und in zufällig ausgewählten Haushalten in den übrigen Stadteilen durch. So sollen die aktuellen Lage sowie Ideen zur Neugestaltung der Altstadt erfasst werden.
Im Frühjahr 2020 werden erneut Planungszellen tagen, die in Form eines zweiten Bürgergutachtens Lösungsvorschläge zur Gestaltung der Bocholter Altstadt vorlegen werden.
In den Jahren 2020 bis 2022 wird das IDPF darüber hinaus bundesweit Daten zum praktischen Umgang mit Bürgerbeteiligungs- und anderweitigen Partizipationsinstrumenten in insgesamt 330 deutschen Kommunen erheben.

Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der Weberstraße

Am 04. Juni 2019 fand in der Mensa des St.-Georg-Gymnasiums in Bocholt das erste Bürgerbeteiligungsformat der dritten Phase des Zukunftsstadt Wettbewerbs statt. Im Stil eines World-Cafés begeleitete das IDPF rund 50 interessierte Bocholterinnen und Bocholter bei der Erarbeitung von Ideen zur Neugestaltung der Weberstraße. Die in diesem Partizipationsprozess gesammelten Vorschläge sollen für die städtebauliche Planung mit herangezogen werden.

Projektdetails:

Wissenschaftliche Leitung am IDPF:

Prof. Dr. Hans J. Lietzmann, Mark Schwalm
Fakultät 2 – Politikwissenschaft
Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF)
Bendahler Straße 29
42285 Wuppertal
Tel. 0049 202 439 4793

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