Bürgerbeteiligung Bochum

Das Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) führt einen breiten Beteiligungs- und Dialogprozess mit Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen durch. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Energiewende ganzheitlich, gerecht und bürgernah in NRW gestalten lässt. Die Stadt Bochum wurde stellvertretend für das urbane NRW ausgewählt und 1000 Bürgerinnen und Bürger in einem Zufallsverfahren ausgelost.

Aus allen bis zum 1. März 2019 eingegangenen positiven Rückmeldungen werden 50 Bürgerinnen und Bürger anhand einer stratifizierten Stichprobe als Teilnehmende ermittelt und erneut kontaktiert.

Der Ablauf des Bürgerdialogs

Zeitraum: Dienstag, 26.03. bis Donnerstag, 28.03.2019

Veranstaltungsort: Kunstmuseum Bochum
Kortumstraße 147, 44787 Bochum

Tagungszeiten: Vom 26.03. bis 28.03.2019 tagen ganztägig jeweils 25 Bürgerinnen und Bürger in zwei zeitversetzten Arbeitsgruppen. Während dieser Zeit sind ausreichend Pausen mit Verpflegung (warme und kalte Getränke, Frühstücks-, Nachmittags- und Pausensnacks sowie ein Mittagessen) inklusive. Ebenso besteht während der Pausen die Möglichkeit, die Ausstellung im Kunstmuseum zu besichtigen.

Tagungsgruppe 1: Di, Mi: 8-17 Uhr; Do: 8-15 Uhr
Tagungsgruppe 2: Di, Mi: 9-18 Uhr; Do: 8-15 Uhr

Um eine einheitliche Informationsbasis für beide Bürgergruppen zu gewährleisten, tagen diese um eine Stunde zeitversetzt mit demselben inhaltlichen Programm. Dadurch wird ermöglicht, dass die jeweiligen Referenten der Expertenvorträge für die verschiedenen Arbeitseinheiten nacheinander in beiden Bürgergruppen vortragen und alle Teilnehmenden dieselben Sachinformationen für die anschließenden Diskussionen und die anonyme Abstimmung erhalten.

Die Teilnahme am Verfahren

Alle zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürger, die die personalisierte Einladung auf dem Postweg erhalten haben, bitten wir, uns zur Organisation der Veranstaltung bis zum 1. März 2019 mitzuteilen, ob sie teilnehmen können. Dies kann sowohl über die beigelegte Rückantwortpostkarte, als auch telefonisch erfolgen:

Nora Freier
Tel.: 0202/439 3235
E-mail: freier@uni-wuppertal.de
Telefonische Sprechzeiten: Mo, Mi & Fr, 10-13 Uhr & 14-18:30 Uhr

Kyra Böhme
Tel.: 0202/439 3203
Telefonische Sprechzeiten: Di & Do, 10-13 Uhr & 14-18:30 Uhr


Die insgesamt 50 zur Verfügung stehenden Plätze werden von uns nach Anmeldeschluss vergeben und Ihre Teilnahme am Verfahren daraufhin von uns bestätigt.

Datenschutz: Zur Veranstaltungsorganisation bitten wir Sie um Ihren Namen und eine Kontaktmöglichkeit (E-Mail / Telefonnummer). Diese persönlichen Angaben werden von uns streng vertraulich und ausschließlich zum Zwecke des Einladungsprozesses behandelt und anschließend sofort vernichtet.

Möglichkeit zur Unterstützung für Ihre Teilnahme

Wir möchten Ihre Teilnahme bestmöglich unterstützen! Je nach Ihrem Bedarf, bieten wir dafür folgende Unterstützung an:

Aufwandsentschädigung: Ihre Aufwendungen im Rahmen der Teilnahme möchten wir Ihnen mit einer finanziellen Pauschale von 60,00 Euro vergüten.

Bildungsurlaub: Von der Arbeit freigestellt und sich politisch weiterbilden: Damit auch Berufstätige unkompliziert teilnehmen können, führen wir die Veranstaltung als politische Weiterbildungsmaßnahme durch. Voraussetzung hierfür ist die Zustimmung Ihres/r Arbeitgebers/in. Bei Interesse nehmen Sie bitte schnellstmöglich per E-Mail oder telefonisch Kontakt mit uns sowie mit Ihrer/m Arbeitgeber/in auf.

Kinder- & Angehörigenbetreuung: Sehr gerne stellen wir Ihnen Hilfe bereit, wenn es Kinder oder Angehörige zu betreuen gibt. Schreiben oder sprechen Sie uns bitte hierfür unkompliziert per E-Mail oder telefonisch an.

Hintergrund: Das Projekt

Der Umbau des Energiesystems in Deutschland bedeutet neben technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen auch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen, die sich in vielen Lebensbereichen der Bürgerinnen und Bürger widerspiegeln. Ob in der Rolle des Verbrauchers, Anwohners, Investors, Stromerzeugers oder als politisch Mitgestaltende werden Bürgerinnen und Bürger von der Energiewende beeinflusst und entscheiden zugleich über ihren Erfolg. Ihr Gelingen hängt vor allem davon ab, dass sie von Menschen im Alltag umgesetzt und ‚gelebt‘ wird.

Die überwiegende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger befürwortet die Energiewende, quer durch alle Bildungs-, Einkommens- und Altersgruppen sowie politischen Präferenzen, auf dem Land wie in den Städten. Aber fast jeder zweite Deutsche hält ihre derzeitige Umsetzung für eher ungerecht und sieht eine soziale Schieflage. Das ist ein deutliches Signal!

Diskussion und Ergebnissicherung in den Kleingruppen [Münster 2016]

Der durch den Bürgerdialog des IDPF ermöglichte ergebnisoffene Einbezug zufällig ausgewählter Bochumer Bürgerinnen und Bürger trägt dazu bei, eine tragfähige und gemeinwohlorientierte Perspektive zur zukünftigen Umsetzung der Energiewende zu liefern. Das Zufallsverfahren sorgt dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger in ihrer Vielfalt vertreten sind. In der Bürgerbeteiligung soll dieser annähernd repräsentative Querschnitt der Bochumer Stadtbevölkerung die Möglichkeit erhalten, die persönliche Meinung, Lebenserfahrung und Kompetenz konstruktiv in die Gestaltung der Energiewende einzubringen. Ziel des mehrtägigen Bürgerbeteiligungsverfahrens ist es, bürgerschaftliche Empfehlungen und Stellungnahmen zur Gestaltung der Energiewende in der Stadt zu erarbeiten. Als wesentlicher Bestandteil des Verbundprojektes Virtuelles Institut (VI) wird dieses Vorhaben finanziert vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW (MWIDE) und ist ein zentraler Baustein des Forschungsprojektes „EnerUrb – Urbanisierung: Energiewende in NRW im Spannungsfeld von Stadt und Land“ im Themencluster Governance & Partizipation. Für eine unabhängige Moderation und Begleitung des Verfahrens sorgen wir als IDPF mit unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der Bürgerbeteiligung. Die Berücksichtigung der Bürgerperspektive steht daher bei diesem Verfahren im Vordergrund.

Hintergrund: Das Verfahren

Das partizipative Reallabor Energiewende [Waldbröl & Münster 2016]

Das dreitägige Bürgerdialogverfahren in Bochum umfasst verschiedene Elemente (Informationsvorträge, Kleingruppenberatung, anonyme Abstimmungsphasen). In insgesamt 10 inhaltlichen Themenblöcken zu verschiedenen Bereichen der Energiewende können sich die Teilnehmenden zunächst auf Grundlage von Expertenvorträgen und anschließenden Rückfrage-Möglichkeiten ein Bild über das jeweilige Gebiet machen, um dann in Kleingruppen von jeweils 5 Personen über zentrale Fragestellungen zu beraten. Dadurch erhalten viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bochum die Gelegenheit, zu Wort zu kommen und offen über die bestehenden Herausforderungen zu diskutieren. Im Anschluss an die jeweiligen Diskussionen in den Kleingruppen werden die persönlichen Prioritäten der Teilnehmenden zu verschiedenen Fragestellungen ohne Namensnennung erfasst. Beim Bürgerdialog handelt es sich um eine Beteiligungsform im Format des Partizipativen Reallabors.

Expertenvortrag im Plenum [Waldbröl 2016]

Auf Grundlage des Beteiligungsverfahrens entsteht dann ein Bürgergutachten, welches die erarbeiteten Ziele, Wünsche und Prioritäten der Bürgerinnen und Bürger bündelt und transparent zusammenfasst. Dieses Gutachten wird anschließend Entscheidungsträgern aus Stadt-, Landes- und Bundespolitik zur Beratung und als Entscheidungshilfe vorgelegt.

Übergabe des Bürgergutachtens in Waldbröl [2017]